E.T.A. Hoffmann

Die ewige Misere der Gegenwart 

E.T.A. Hoffmann in Dresden und Leipzig 1813

„Drei verhängnisvolle Monate“ verlebte E.T.A. Hoffmann, Kapellmeister bei der Theatergruppe von Joseph Seconda, in Dresden.
Gerade an dem Tag, an dem Goethe die Stadt verließ, am 25. April 1813, trafen Hoffmann und seine Frau Mischa aus Bamberg kommend ein und nahmen Quartier im Hotel „Zur Stadt Naumburg“ in der Wilsdruffer Gasse. Aber die eigene Kasse war erschöpft und der Theaterdirektor nicht auffindbar. Komponierend und schreibend, dirigierend und beobachtend verbrachte Hoffmann den Sommer des Jahres abwechselnd in Leipzig und Dresden, wo er im August Napoleons letzten großen Sieg auf deutschem Boden, die Schlacht von Dresden hautnah miterleben sollte. Aber gerade in dieser Zeit vollendete Hoffmann seine Zauberoper „Undine“, die als erste romantische deutsche Oper überhaupt und als Vorläuferin von Carl Maria von Webers „Freischütz“ gilt.
E.T.A. Hoffmann, der als romantischer Realist den Mut aufgebracht hatte, sich im Schreiben den „unhellen und wenig anheimelnden Kräften“ des Alltags zu stellen, erlebte hier die Steigerung, das wahre Grauen des Krieges. Um der düsteren Wirklichkeit zu entkommen schrieb er nicht nur „Die Vision auf dem Schlachtfelde bei Dresden“ sondern auch das Märchen „Der goldene Topf“, in dem das reale Kriegsgeschehen übergeht ins Feenhafte, ins Geheimnisvolle und Wunderbare.
Die Schauspielerin und Publizistin Steffi Böttger erzählt von jenen „drei verhängnisvollen Monaten“ im Leben des großen Romantikers, der heute einem großen Publikum leider nur noch als „Gespenster-Hoffmann“ bekannt ist. Musikalisch wird sie begleitet von Konstanze Hollitzer und Alvaro Campos Jareño am Flügel.   










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